Ort
Bad Schallerbach
Location
Atrium, Europasaal
Beginn
17:00
Preis
EUR 26,00

Der Jedermann der Jahre 2013 bis 2016 mit einem der beru?hmtesten lyrischen Textsammlungen von Federico Garcia Lorca aus dem Jahr 1929.

Besetzung

Cornelius Obonya — Sprache
Peter Gillmayr — Violine
Veronika Eber — Violoncello
Guntram Zauner — Gitarre

 

Cornelius Obonya und Trio de Salón

Eigentlich schade, daß wir von Federico García Lorca (1898 bis 1936) sowohl Bild- als auch Tondokumente haben, aber nie beides in einem. Ein kurzer Amateurfilm etwa zeigt den kostümierten Dichter beim Theaterspiel mit seiner Truppe „La Barraca“, doch die Bilder bleiben stumm. Den genialisch inspirierten Musiker Lorca hören wir auf einer Aufnahme aus dem Jahr 1931 am Klavier, wo er die Sängerin Encarnación López, La Argentinita, bei spanischen Volksliedern begleitet, die er selbst vertont hat.

Wie seine eigene Lyrik beim öffentlichen Vortrag klang, wissen wir dagegen nur aus Beschreibungen. Die Auftritte müssen unglaublich gewesen sein. Nach einer Lesung 1926 in Valladolid schreibt der befreundete Dichter des „Ultraísmo“, Guillermo de Torre: „Federico García Lorca ist ein Dichter, wie zwei und zwei vier sind. Die Geschichte wird dazu nur noch ,Amen‘ sagen können.“ Und ein Kritiker sieht voraus, daß Kinder und Mädchen eines Tages die Balladen Lorcas singen werden, „und dann werde ich sagen: Ich war einer der ersten Zuschauer und Zuhörer, und ich habe mich nicht geirrt.“

Der Kritiker behielt recht.
Schon vor der ersten Buchausgabe der „Zigeunerromanzen“ im Juli 1928 waren die Verse der in einem gut dreijährigen, mühsamen Prozeß entstandenen Sammlung unter Eingeweihten berühmt. Rafael Alberti schildert in seiner Autobiographie „Der verlorene Hain“, daß Zuhörer Lorcas in Sevilla tobten, die Taschentücher schwenkten wie beim Stierkampf und ein andalusischer Dichterkollege den armen Lorca vor Begeisterung an Jacke, Kragen und Krawatte riß. Als das Buch dann endlich in die Läden kam, verkaufte es sich glänzend, und in den nächsten zwölf Jahren folgten sieben weitere Auflagen. Jetzt erscheint das spanische Kultbuch von einst in neuer Übersetzung, und die Frage lautet: Was sagt es uns? Und wie?

Federico García Lorca – Zigeunerromanzen, Primer romancero gitano 1924–1927

Im Jahr 1928, als in Europa die Zeichen auf Surrealismus standen, erschien in Spanien ein Buch, das zu der Handvoll lyrischer Massenerfolge gehört, die die Literaturgeschichte kennt: García Lorcas Zigeunerromanzen, ein Bestseller in der Größenordnung von Heines Buch der Lieder oder Baudelaires Blumen des Bösen. Mit diesem schmalen Band, der auf dem archaischen Gefühlsklavier der Romanze in einer Weise spielt, die den Zeitgenossen atemberaubend neu erschien, erreichte der Spanier, was selten gelingt und niemals verziehen wird: Avantgardist und Populärstar zugleich zu sein.

Die Avantgarden haben längst selbst Grünspan angesetzt und Lorcas Romanzen sind dem Schulbuch anheimgefallen. Mit dem Erscheinen der neuen Übersetzung von Martin von Koppenfels (Dichter in New York, 2000) ist jetzt die Gelegenheit gekommen, einen unvoreingenommenen Blick auf dieses erstaunlich langlebige Kultbuch von einst zu werfen, um herauszufinden, worin sein Geheimnis besteht. Was steckt hinter diesem andalusischen Bilderbogen mit seinen melancholischen Viehdieben und transsexuellen Erzengeln, seinen Zigeunermadonnen und mondsüchtigen Planeten, seinen Märtyrern und kürbiskernkauenden Straßenkindern? Man wird entdecken, daß diese Romanzen fragile Gebilde sind, Seiltänze von der Ballade zum Puppentheater, von der schwarzen Romantik ins Land Dada. Lorca jongliert mit den Stilen: Das ölige Pathos des Moritatensängers beherrscht er so gut wie die schrille oder ironische Pointe. Und zugrunde liegt dieser Lyrik eine stetige, stille Hysterie der Bilder, die ahnen läßt, von wem Buñuel, Saura oder Almodóvar so manchen ihren Kunstgriffe gelernt haben.

Trio de Salòn
Trio de Salòn

Musik

Manuel de Falla, Pedro Soler, Pablo de Sarasate, Flamencos von Paco de Lucía (neu arrangiert), Cello – Solosonate von Gaspar Cassadó, Manuel de Falla u.a.

Cornelius Obonya

Cornelius Obonya ist der Sohn von Elisabeth Orth. Seinen Vater Hanns Obonya, der ebenfalls Burgschauspieler war, verlor er mit neun Jahren. Seine Großeltern mütterlicherseits sind die Burgschauspieler Attila Hörbiger und Paula Wessely.

Mit 17 Jahren ging er ans Max-Reinhardt-Seminar, um Schauspiel zu studieren, verließ es aber nach einem Jahr und begann eine Ausbildung bei dem Kabarettisten Gerhard Bronner.[2]

Zwischen 1989 und 1992 war Obonya beim Wiener Volkstheater unter der Direktion von Emmy Werner engagiert. Seine erste bedeutende Rolle war Eugene in Neil Simons Brighton Beach Memoirs, für die er 1989 die Auszeichnung mit dem Nachwuchspreis des Karl-Skraup-Preises erhielt. 1989 wurde er mit dem O.E. Hasse-Preis ausgezeichnet.

Zwischen 1992 und 1999 spielte er an der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin unter der Direktion von Andrea Breth, in deren Inszenierungen er bis heute oft mitwirkt. Außerdem arbeitet er mit Klaus Michael Grüber, Luc Bondy und Robert Wilson zusammen. Er spielte in Klaus Michael Grübers Uraufführung Splendid’s von Jean Genet und Bleiche Mutter, zarte Schwester von Jorge Semprún beim Kunstfest Weimar. In der 1999 vom Deutschlandradio Berlin produzierten Hörspielreihe Cocktail für zwei von Michael Koser sprach er die Hauptfigur Felix.

Seit 2000 tritt er regelmäßig im Wiener Burgtheater auf, zuerst ausschließlich in Andrea-Breth-Inszenierungen: Edward Bonds „Die See“ (als Hollarcut), Lessings Emilia Galotti (Pirro), Schillers Don Carlos (Domingo), Tschechows Der Kirschgarten (Hauslehrer Trofimow), Tennessee Williams’ Die Katze auf dem heißen Blechdach (Gooper) und Lessings Minna von Barnhelm (Paul Werner). Er hatte einen Soloabend im Vestibül (Burgtheater) mit dem Titel Ecklokal mit Verlierer und trat als Frosch in der Fledermaus an der Wiener Staatsoper auf. Als Schubi spielte er einen Polizeiassistenten in SOKO Donau.

In Andrea Breths Inszenierung von Schnitzlers Das weite Land debütierte er 2002 als Paul Kreindl bei den Salzburger Festspielen. Ebendort war er 2012 als Monsieur Jourdain in der Urfassung der Ariadne auf Naxos von Hugo von Hofmannsthal und Richard Strauss zu sehen. Ab Juni 2008 spielte er die Hauptrolle in der deutschsprachigen Erstaufführung des Broadway-Hit-Musicals The Producers. Aufführungsorte waren das Etablissement Ronacher in Wien und der Admiralspalast in Berlin. 2010 und (nach Wiederaufnahme) 2011 stand Cornelius Obonya in Cordoba – Das Rückspiel im Wiener Rabenhof Theater auf der Bühne, einer von der Kritik hochgelobten One-Man-Show, in der er in verschiedenen Dialekten mehrere Rollen verkörperte.

Von 2013 bis 2016 spielte er alljährlich bei den Salzburger Festspielen die Rolle des Jedermann, die bereits sein Großvater Attila Hörbiger verkörpert hatte. Regie bei dieser Neuproduktion führten der Brite Julian Crouch und der Amerikaner Brian Mertes.

Obonya ist mit der in Osnabrück geborenen Regisseurin Carolin Pienkos verheiratet und seit November 2005 Vater eines Sohnes, der – wohl nach Obonyas Großvater Attila Hörbiger – den Namen Attila Ruben trägt.

Ort
Bad Schallerbach
Location
Atrium, Europasaal
Beginn
17:00
Preis
EUR 26,00

03. November  2019

Cornelius Obonya & Trio de Salón


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